
1. Mispel (Mespilus germanica)
Die Mispel, im Mittelalter sehr verbreitet und heute nahezu in Vergessenheit geraten, stellt nur geringe Ansprüche an den Boden. Aufgrund ihrer Herkunft aus dem südlichen Bereich Europas ist dieses Rosengewächs wärmeliebend und relativ trockenresistent. Temporäre Dürreperioden übersteht es gut. Die Früchte eignen sich dank ihres süßen Geschmacks, der ein wenig an Aprikosen erinnert, perfekt für Marmeladen, Gelees und Kompott. Beliebt sind auch Liköre, Säfte oder Sirup aus dem köstlichen Steinobst. Es ist ratsam, die Früchte zu ernten, wenn sie sehr mürbe sind und ggf. der erste Frost über sie gezogen ist. Steht die Mispel an einem geschützten Standort, kann sie in Höhenlagen bis etwa 600 Meter angebaut werden. Die Japanische (Woll-)Mispel (Eriobotrya japonica) ist nur dem Namen nach eine Verwandte, sie wird auch einer anderen Pflanzengattung zugeordnet. Die kleinen, orangenen Früchte schmecken säuerlich und ganz anders als die einheimische Mispel. Da sie in Bioläden angeboten werden, ist in Rezepten häufig die Japanische (Woll-)Mispel gemeint.

2. Maulbeerbaum – Morus alba, Morus rubra
Wie die Feigen (Ficus) zählt auch die Maulbeere zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae). Von den Römern in die Weinanbaugebiete Europas eingeführt, sind die weiße als auch die schwarze Maulbeere in Europa die bekanntesten Sorten, und die rote Variante stammt aus Nordamerika. Im Zuge der Seidenraupenzucht wurden die Blätter der weißen Maulbeere bevorzugt verwendet – auch in Deutschland wie in Preußen. Während die weiße Maulbeere vom Geschmack her mit der schwarzen Maulbeere kaum mithalten kann, färbt die schwarze Beere intensiv dunkelviolett und wird daher als Alleebaum weniger geschätzt. Als Frucht direkt genossen, schmecken die Früchte köstlich!

3. Die Elsbeere (Sorbus torminalis)
In ihrem lateinischen Name Sorbus torminalis steckt das Wort Bauchschmerzen (torminalis). Nicht dass die Früchte der Elsbeere ungenießbar wären, ganz im Gegenteil. Die kleinen dunkelroten Beeren helfen gegen die Ruhr und andere Krankheiten im Magen-Darm-Bereich. Die Elsbeere ist eine der seltensten Bäume Deutschlands. Sie stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden und könnte weit verbreitet sein. Als Jungpflanze verträgt sie viel Schatten. Erst in späteren Jahren ist sie auf viel Licht angewiesen. Die Elsbeere wird bis zu 300 Jahre alt und bis 30 Meter hoch. Damit ist sie das größte Rosengewächs überhaupt. Doch in Deutschland erreicht sie nur selten ihre volle Größe. Das Holz der Elsbeere wurde 1900 bei der Pariser Weltausstellung zum schönsten Holz der Welt gekürt. Bis heute ist es eines der edelsten Hölzer und wird von Schreinern und Drechslern, aber auch von Musikinstrumentenbauern für seine hohe Belastbarkeit, Elastizität und Festigkeit sehr geschätzt. Einzeln stehende Elsbeeren haben eine weit ausladende Krone, ähnlich wie Apfel- oder Birnbäume. Auch die Borke ähnelt der eines Birnbaumes. So lassen sich Elsbeere und Birnbaum im Winter leicht verwechseln. Doch spätestens im Frühling wird der Unterschied deutlich. Die Blätter der „schönen Else“ sind nicht oval wie die der Birne, sondern ähneln mit ihrer handförmigen Lappung eher Ahornblättern. Nicht nur im Frühling ist die Elsbere eine Augenweide, auch ihr Herbstkleid ist besonders eindrucksvoll: Es verfärbt sich von Feuerrot über Orange nach Gelb. Die Früchte der Elsbeere reifen zwischen Juli und September. Wie bei Birnen enthalten auch die Elsbeeren-Früchte, sogenannte Steinzellen. Pur genossen schmecken sie süßlich-sauer und haben einen hohen Vitamin-C-Anteil. Die rot-braunen, runden Beeren helfen nicht nur gegen Magenbeschwerden, sondern lassen sich vielfach verwerten. Man kann sie zu Kompott, Marmelade, Gelee oder Fruchtsäften verarbeiten oder als Zutat für Schokolade, Konfekt, Käse, Kekse, Kuchen und Torten verwenden.

4. Esskastanie (Castanea sativa)
Lange als „Brot der Armen“ geschmäht, erlebt die Ess- oder Edelkastanie in den letzten Jahren eine Art Wiedergeburt. In Deutschland wächst die Esskastanie vor allem in den Weinanbaugebieten entlang des Rheins. Die Esskastanie ist ein Kind des Südens (Urheimat Kaukasus). Da ihre Früchte glutenfrei sind, wird daraus auch ein glutenfreies Mehl für Brot und Gebäck hergestellt und bietet damit Allergikern eine hervorragende Weizenalternative. Spätestens die alten Griechen verbreiteten den nützlichen Baum im ganzen Mittelmeerraum. Auch die Römer schätzten die Esskastanie, ihre Soldaten führten sie als Proviant mit sich. In ihrem Gefolge überquerte der Baum die Alpen. Auch wenn es der Name nahelegt: Ess- und Rosskastanie haben, abgesehen von ähnlich ausschauenden Früchten, wenig gemein. In unseren Breiten ist die Rosskastanie noch nicht lange ansässig. Erst um 1600 gelangte die aus dem Balkan stammende Art nach Mitteleuropa und machte als Allee- und Biergartenbaum Karriere. In Deutschland wachsen Esskastanien vor allem in den Weinanbaugebieten entlang des Rheins.
Schwerpunkt ist die Pfalz, hier gibt es teils weitläufige Esskastanienwälder. Nennenswerte Vorkommen existieren auch im Schwarzwald, Odenwald und Taunus, als Alleebaum findet sich die Esskastanie sogar bis an den Niederrhein. Im zunächst fest verschlossenen, dicht stachel bewehrten Fruchtbecher wachsen schließlich bis zum Herbst die Kastanien heran. Erst zur Reife ab Oktober öffnen sich die Becher und entlassen jeweils drei Früchte. Mäuse machen sich dann über die Esskastanien her wie Eichhörnchen, Siebenschläfer, Eichelhäher oder Krähen. Da so manche vor der Konkurrenz im Boden versteckte Kastanie vergessen oder nicht mehr wiedergefunden wird, sorgen die Tiere auch für die erfolgreiche Verbreitung der Bäume. Die Renaissance der Esskastanie begann zunächst in Frankreich, Italien und der Schweiz. Die alten Gerichte kommen wieder auf den Tisch; nicht mehr als Arme-Leute-Essen, sondern – teils verfeinert – als Teil der regionalen Identität. Die Kastanien lassen sich entweder in der Schale anrösten – jeder kennt die „heißen Maroni“ vom Weihnachtsmarkt – oder abkochen und dann schälen. In der einfachsten Form dienen Esskastanien als „Sättigungsbeilage“. In Frankreich ist noch die Crème de Marrons (de l’Ardèche) eine geschätzte Spezialität. Im Jahre 2018 wurde die Esskastanie zum Baum des Jahres gewählt, um auf ihre Bedeutung und Besonderheiten aufmerksam zu machen als auch ihre Bekanntheit und ihren Anbau zu fördern. Als Südländerin ist die Esskastanie etwas spät frostempfindlich. Da sie aber erst im Juni blüht, würde sie selbst im hohen Norden Deutschlands gedeihen. Bäume in Parks und botanischen Gärten beweisen dies. Der Esskastanienhonig mit seinem typischen, etwas herben Geschmack ist bei Kennern und Liebhabern ein besonders geschätzter Honig.

5. Der Walnussbaum (Juglans regia)
Der Walnussbaum hat gleich zwei Dinge von höchster Qualität zu bieten: edelstes Holz und beste Nüsse. Dass seine Blätter erst spät im Mai austreiben und früh im Herbst wieder abfallen, ist ein Vorteil für diesen typischen Hausbaum: Im Frühjahr wirft er erst Schatten, wenn man ihn sich wünscht, und im Herbst lässt er die schwächer werdende Sonne wieder durch seine dann blattlose Krone hindurch scheinen. Nussbäume entwickeln eine kugelförmige Krone. Das jährliche Höhenwachstum kann in der Jugend einen bis zwei Meter erreichen. Im Gegensatz zur silbrigen Rinde sind die jungen Triebe dunkelrotbraun, und die alte, schuppige Borke dunkelt nach. So entsteht ein markanter Farbkontrast in der Krone. Die maximale Höhe beträgt bei alleinstehenden Nussbäumen rund 20 Meter, im Bestand strecken sie sich weiter nach oben und werden 25 bis 30 Meter hoch. Walnussbäume werden 125 bis 150 Jahre, im Extremfall sogar 600 Jahre alt. Sie treiben tiefe Pfahlwurzeln, gehen gleichzeitig auch in die Breite, das Wurzelwerk reicht horizontal um das Fünffache über die Kronentraufe hin aus. Walnussbäume sind recht frostempfindlich, Trockenheit vertragen sie gut, Staunässe dagegen überhaupt nicht. Die Bestäubung besorgt der Wind, daher kann der Nussbaum auf bunte Blüten oder Nektardrüsen zum Anlocken von Insekten verzichten. Die gelbgrünen männlichen Blütenkätzchen öffnen sich im April und Mai, die unscheinbaren weiblichen Blüten erscheinen erst beim Blattaustrieb. Kurz vor der Reife der Früchte ist noch eine dickfleischige grüne Schale vorhanden, die im September oder Oktober aufplatzt und die Nuss freilegt. Eichhörnchen, Siebenschläfer, Mäuse, Krähen legen sich gerne Vorräte von Walnüssen an. Da nicht alle vergrabenen Nüsse wiedergefunden werden, wachsen so neue Bäume heran. Ein Baum kann bis zu 150 kg Nüsse in einem Jahr produzieren. In Deutschland werden die wärmeliebenden Walnussbäume vor allem in den Weinbaugebieten Südwestdeutschlands und in den Flusstälern angepflanzt. Auch im Südwesten der Republik wachsen Walnussbäume in kleinen Beständen in Wäldern, in deutlich größerem Maße außerdem in Frankreich und in der Schweiz. Gewerbsmäßigen Walnussanbau gibt es heute vor allem in Italien, der Türkei, China und den USA. Die Weltproduktion beträgt derzeit 1,5 Millionen Tonnen. Drei Viertel der in Deutschland gehandelten Walnüsse stammen aus Kalifornien, wobei die besten Nüsse aus dem Anbaugebiet bei Grenoble (Frankreich) stammen. Der Name soll sich von der „Welschen Nuss“ ableiten und darauf verweisen, dass die Art aus dem heutigen Frankreich eingeführt wurde. Dabei wuchs die Wildform der Walnuss vor der letzten Eiszeit in ganz Europa, wurde dann aber wie so viele andere Tier- und Pflanzenarten von der Kälte verdrängt. Auf dem Balkan und in einem Gebiet von Vorderasien bis zum Himalaja überdauerte die Walnuss jedoch. Die wilden Walnussfrüchte waren nur etwa zwei Zentimeter groß. Schon in der Steinzeit kannten die Menschen den Wert der ölhaltigen Früchte, und seit der Antike züchtete man die Bäume weiter, sodass die heutigen Walnüsse rund fünf Zentimeter lang sind. Vom Schwarzen Meer wurde die Walnuss bereits um 300 v. Chr. nach Sizilien und auf das italienische Festland importiert. Später brachten die Römer den Baum auch in ihre Provinzen nördlich der Alpen. Walnüsse enthalten bis zu 60 Prozent Öl sowie 20 Prozent Eiweiße, außerdem die Vitamine B1, C und viele Mineralstoffe. Die Inhaltsstoffe des Nussbaums - auch Extrakte aus den gerbstoffhaltigen langen Fiederblättern - gelten als blutreinigend, nervenstärkend, schweiß regulierend, leistungssteigernd und konzentrationsfördernd. Blattextrakte wirken außerdem antibakteriell und werden gegen Schleimhautreizungen eingesetzt. Das schwere, dunkle Nussbaumholz ist ebenso zäh wie biegsam und lässt sich gut polieren, es gilt als besonders wertvoll. Massive Nussbaum-Möbel bzw. solche mit dünnen Nussbaum-Furnieren sind deshalb recht teuer. In früheren Zeiten wurden aus dem Holz auch Armbrüste und Gewehrschäfte gefertigt. Aus den Blättern, der grünen Fruchtschale und der Rinde lässt sich ein brauner Farbstoff gewinnen.
6. Kornelkirsche (Cornus mas)
Gelb ist die Farbe des Frühlings, und in den meisten Gärten heißt das: Jetzt schlägt die Stunde der Osterglocken und Forsythien. Insekten haben da leider das Nachsehen, denn die handelsüblichen Forsythien sind sterile Kreuzungen, die weder Nektar, Pollen noch Samen bilden. Ganz anders die heimische Kornelkirsche: Sie blüht sogar noch ein wenig früher als die Forsythie, strahlt ebenso sonnengelb, bietet Wildbienen und Hummeln jedoch ein reichhaltiges Buffet. Während die Forsythie nach der Blüte ziemlich mau aussieht, legt die Kornelkirsche im Herbst noch einmal nach und schmückt sich mit buntem Herbstlaub und knallroten, ovalen Früchten. Die essbaren „Kirschen“ sind bei Vögeln heiß begehrt, so dass man sich beeilen muss, ihnen zuvorzukommen.
Sie schmecken unter anderem Kernbeißer, Dompfaff, Kleiber und Eichelhäher. Vor allem in Süd- und Osteuropa hat ihre Verwertung zu Marmelade, Kompott, Gelee oder Obstbrand eine lange Tradition.
Aus diesen Regionen stammt die Kornelkirsche auch. In Deutschland kommt sie nur im Süden vor, ist im Norden Deutschlands also nicht heimisch. In städtischen Parks und Gärten ist der wärmeliebende Strauch, der Trockenheit verträgt, jedoch eine gute Wahl – gerade in Hinblick auf den Klimawandel. Wer es auf die Früchte abgesehen hat, findet im Handel eine Reihe von Sorten, die sich durch größere Früchte als die Wildform auszeichnen. Sie sind Vitamin C- und gerbstoffreich. Mit den echten Kirschen aus der Gattung Prunus ist die Kornelkirsche übrigens nicht näher verwandt. Sie gehört vielmehr zu den Hartriegelgewächsen, und ihr nächster mitteleuropäischer Verwandter ist der Blutrote Hartriegel (Cornus sanguinea), ein ebenfalls sehr empfehlenswerter Strauch für etwas feuchtere Böden. Der Name Hartriegel weist auf die Qualität des Holzes hin, aus dem man wegen seiner Härte früher Werkzeuggriffe, Radspeichen, Spazierstöcke, in noch fernerer Vergangenheit auch Schäfte für Speere und Lanzen fertigte. Die Vitamin C- und gerbstoffreichen Früchte der Kornelkirsche kamen früher auch als Heilmittel zum Einsatz. Im Garten mag die Kornelkirsche einen sonnigen Platz. Sehr schön lässt sie sich mit Frühblühern wie Krokussen oder Blaustern unterpflanzen. Sie wächst ziemlich langsam, kann sich jedoch nach Jahrzehnten zu einem kleinen, malerischen Baum entwickeln. Selten wird sie höher als acht, meist erreicht sie lediglich vier bis fünf Meter.
7. Die Feige (Ficus carica)
Die Echte Feige (Ficus carica) gehört zu den ältesten Kulturpflanzen. Der Feigenbaum wächst vor allem im Mittelmeerraum, wo er viele süße, schmackhafte Früchte hervorbringt. Auch bei uns werden mediterrane Gewächse wie die Feige immer häufiger gepflanzt. Möglich machen dies moderne Züchtungen sowie der Klimawandel. Feigen bevorzugen einen sonnigen und geschützten Standort. Wichtig ist, dass sie im Winter vor kaltem Nord- und Ostwind geschützt sind. Optimal ist daher die Südseite eines Hauses, wo es im Sommer sehr warm ist, während im Winter das Gebäude Wärme abgibt. Feigen wachsen als Baum oder Strauch und können je nach Sorte vier Meter und höher werden, dies sollte man bei der Wahl des Standorts unbedingt bedenken. Damit der Baum fruchtet, sollte man beim Kauf auf eine selbstbefruchtende Sorte achten. Wildformen der Feige bringen in Deutschland keine Früchte hervor, da sie auf die Bestäubung durch die Feigengallwespe angewiesen sind, die bei uns nicht vorkommt.
Wie viel Frost Feigenbäume vertragen, ist abhängig von der gepflanzten Sorte sowie der Region. Als besonders winterhart gelten beispielsweise die Sorten "Brown Turkey", "Perretta" und Ficus carica "Michurinska-10", die Temperaturen bis minus 15 Grad überstehen sollen. Die Frostempfindlichkeit ist auch abhängig von ihrem Alter: In den ersten Jahren benötigen junge Pflanzen unbedingt einen Winterschutz aus Gartenvlies. Die Wurzeln werden bevorzugt durch eine Mulchschicht aus Laub geschützt. Neben der typischen Süße, dem betörenden Geschmack und dem die Scham bedeckenden Feigenblatt ruft die Feige noch viele Assoziationen, was man mit ihr in Verbindung bringt, hervor.

8. Die Stechpalme (Ilex aquifolium)
Die Europäische Stechpalme ist die einzige in Mitteleuropa beheimatete Pflanzenart der Gattung der Stechpalmen innerhalb der Familie der Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae) sowie einer der sehr seltenen Vertreter immergrüner Gewächse im Wald. Die Gattung Ilex umfasst rund 500 Arten. In Deutschland kommt die Europäische Stechpalme im Bereich des Mittelgebirgsgürtels vor allem westlich des Rheins, im Schwarzwald, im nördlichen Tiefland und im Alpenvorland auch weiter östlich vor. In Deutschland steht die Stechpalme nach der Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz. Die Blätter tragen 5-7 Stachelspitzen an jeder Seite. Bei sehr alten Exemplaren, weiter oben am Baum/Strauch, oder bei manchen Zierformen sind sie glattrandig, ohne Dornenspitzen. Die Blätter weiblicher Pflanzen sind im Allgemeinen stärker bewehrt. Sie sind vorne immer spitz, 5-8 cm lang, ledrig-grün, unterseits matt hellgrün, mit kurzem Blattstiel. Dagegen sind die Blüten der zweihäusigen Pflanze unscheinbar weiß, vierzählig und liegen am Grunde der vorjährigen Blätter. Die Hauptblüte findet von Mai bis Juni statt. Die auffällig roten Steinfrüchte sind etwa erbsengroß, kugelig, mit vier hellbraunen Steinkernen.
Sie werden als schwach giftig eingestuft und sind nicht zum Verzehr durch den Menschen geeignet. Die Blüten der Arten sind zwar klein und für sich alleine nicht besonders auffällig, durch ihr massenhaftes Auftreten und ihre Lieblichkeit allerdings nicht zu verachten. Von der lateinamerikanischen Ilex paraguariensis und ihren unbestachelten Blättern wird Mate hergestellt, dieses koffeinhaltige Getränk, an dem fast der ganze Kontinent sich labt und stärkt.
Es sei noch erwähnt, dass die Stechpalmen als Weihnachtsdekoration - im englischen Sprachgebrauch als „Hollies“ bekannt – hohe Beliebtheit erfahren. Auch unsere gefiederten Freunde schätzen sie. Sie liefern sich mit den dekorationswilligen Gärtnern ein Rennen um die Früchte. Dieser fruchtende Strauch ist zweihäusig – weibliche und männliche Blüten befinden sich auf jeweils einem separaten Baum. Die Blüten der Arten sind zwar klein und für sich alleine nicht besonders auffällig, durch ihr massenhaftes Auftreten sind sie hübsch anzusehen.

9. Die Amerikanische Roteiche (Quercus rubra)
Ein wahrer Klima-Star ist neben verschiedenen Ahornarten die Amerikanische Roteiche. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet deckt fast die gesamte Osthälfte der USA ab. Im Westen wird sie durch die
Graslandschaften der Great Plains begrenzt. Im Norden kommt sie bis ins südliche Kanada vor und ist damit die Eichenart mit der nördlichsten Ausdehnung Nordamerikas. Nachdem die Roteiche zunächst
eher als dekorative, exotische Baumart in Parks und Alleen Europas beliebt war – allgemein wird 1691 als erster Nachweis für ihre Einführung in Europa gewertet (Badoux 1932) – begannen
systematische Versuche zur forstlichen Anbauwürdigkeit Ende des 19. Jahrhunderts.
Die Roteiche bildet ähnlich wie die heimischen Eichen in der Jugend eine Pfahlwurzel aus, die sich im Alter zu einem Herzwurzelsystem entwickelt. Sie kommt damit mit verschiedenen Standorten
zurecht, sofern diese nicht allzu trocken sind. Ähnlich wie ihre europäischen Verwandten, die Stieleiche und die Traubeneiche, kommt die Roteiche mit den veränderten Bedingungen im Klimawandel
wie Trockenperioden und Sturmereignissen gut zurecht.
Dabei stellt die Roteiche kaum Ansprüche an den Standort. Nur auf Böden, auf denen sich das Wasser staut oder die extrem trocken sind, fühlt sie sich nicht wohl. In vielen Bereichen wächst sie sogar schneller und ist toleranter für Schatten und Nährstoffmangel als ihre europäischen Schwestern. Deshalb eignet sich die Roteiche gut als eine Mischbaumart unter vielen weiteren für Buchen- und Eichenwälder. Zu ihren bemerkenswerten Eigenschaften zählt auch das Holz mit herausragenden Vorzügen. Das leicht rötliche Holz eignet sich wunderbar für den Modellbau und schafft eine gewisse Abwechslung und besondere Note. Die Roteiche ist eine Baumart, die gerade als Mischbaumart einen wertvollen Beitrag zur Diversifizierung unserer Wälder leistet. Durch sie zieht im Herbst auch ein Hauch von „Indian Summer" ein. Im Jahre 2025 wurde sie von einem Gremium der Dr. Silvius Wodarz Stiftung zum Baum des Jahres gekürt.
10. Die Vogelkirsche (Prunus avium)
Die Vogelkirsche (Prunus avium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Der Namenszusatz avium leitet sich vom lateinischen Wort avis für Vogel ab
und bezieht sich auf die Früchte, die gern von Vögeln gefressen werden.
Doch auch der Mensch isst gerne die Früchte der Vogelkirsche, insbesondere die von Zuchtformen.
Hierzu zählen Süßkirschen, z. B. die so geschätzte Herzkirsche oder die Sauerkirsche. Diese kultivierten Formen zeichnen sich vor allem durch größere Blätter sowie größere, süßere und aromatische
Früchte aus. Die Vogelkirsche ist ein laubabwerfender Baum, der eine Höhe von 15 bis 20 m erreichen kann. Sie ist bekannt für ihre attraktiven weißen Blüten im April und die begehrten
Früchte im Sommer.
Sie hat sowohl einen hohen ökologischen Wert als auch eine lange Geschichte als Nutzpflanze und Ziergehölz. Sie ist als Stammvater unserer Süß- und Sauerkirschen oft in Gärten und Parks anzutreffen. Aus volkskundlicher Sicht sind auch die Zweige in ihrer Verwendung interessant: Sie werden als sogenannte Barbarazweige jährlich am 4. Dezember geschnitten und in die Vase gestellt, sodass sie pünktlich zu Weihnachten blühen. Bei den Früchten handelt es sich um kleine, kugelförmige, schwarzrotglänzende Kirschen, die etwa einen Zentimeter dick werden und glatte Steinkerne besitzen. Sie schmecken aromatisch und sind bittersüß. Kirschbaumholz ist sehr gesucht und dekorativ.


11. Die Gemeine Felsenbirne (Amelanchier ovalis)
Die Gewöhnliche Felsenbirne, auch Gemeine Felsenbirne genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Der dornenlose, sommergrüne, reich verzweigte und dichtkronige Strauch erreicht gewöhnlich Wuchshöhen zwischen 2 und 3 Metern, selten bis 6 Meter. Die Stämme sind selten dicker als 5 Zentimeter.
Sie entspringen zu mehreren bis vielen dicht nebeneinander dem Basalteil der Hauptachse, der sich meist waagrecht im Boden befindet. Die schlanken, rot-braun berindeten und im Austrieb wollfilzig
behaarten Zweige verkahlen schnell.
Die kleinen und kugeligen, bereiften Apfelfrüchte reifen im Juli bis August. Sie tragen an der Spitze die beständigen Kelchblätter. Der Durchmesser der Früchte beträgt circa 1 cm.
Im reifen Zustand sind die Früchte dunkelrot bis schwarzblau gefärbt. Sie enthalten gewöhnlich zehn dunkelbraune, halbmondförmige, glänzende Samen. Seit dem 16. Jahrhundert wird die Gemeine
Felsenbirne auch als Zierpflanze in Grünanlagen und Gärten kultiviert. Häufiger finden jedoch amerikanische Arten wie die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) Verwendung in
mitteleuropäischen Gärten. Erst in jüngster Zeit erfreut sich auch die Gemeine Felsenbirne als Bestandteil von Hecken naturnaher Gärten zunehmender Beliebtheit. Die mehlig-süß schmeckenden
Früchte können zu Marmelade verarbeitet werden. Blätter und Samen der Felsenbirne enthalten geringe Mengen cyanogener Glykoside (d. h. Blausäure abspaltender Glykoside). Nach dem Verzehr von
unreifen Früchten oder großen Mengen zerkauter Samen können Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Unzerkaute Samen werden unverdaut wieder ausgeschieden. Nach dem unbeabsichtigten Zerbeißen einiger
Samen sind jedoch keine Vergiftungssymptome zu erwarten – ähnlich wie bei Apfelkernen, die auch cyanogene Glykoside enthalten.
Das Holz ist hart und recht schwer, allerdings ist es nur in kleinen Mengen verfügbar.
12. Kupfer Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)
Die Kupfer-Felsenbirne ist ein Großstrauch bis kleiner Baum. Hoch funktional, weil vielseitig, pflegeleicht, frosthart, wind- und stadtklimafest. Auch von Frühling bis Spätherbst ein wahres Schmuckstück in Ihrem Garten. Im Austrieb auffällig kupferrot, dann grün, später reicht dann die Herbstfärbung von einem leuchtenden Gelb bis Orangerot. Im Alter wird die Felsenbirne zunehmend breiter mit schirmförmiger Krone und leicht überhängenden Seitenästen. Dabei wächst die Felsenbirne ca. 6 bis 8 m hoch und im Alter etwa 3 bis 5 m in die Breite. Jahreszuwachs in der Höhe 30 bis 60 cm, in der Breite 15 bis 25 cm. Die Felsenbirne blüht im April überreich und wunderschön mit sternförmigen schneeweißen Einzelblüten. Die blau-schwarzen Früchte locken als Futterquelle zahlreiche Vögel in Ihren Garten. Aber auch der Gärtner selbst kann sich die leckeren süßen Früchte roh oder wie Rosinen getrocknet, verarbeitet zu Kompott, Mus, Saft oder Marmelade, schmecken lassen. Sobald die Früchte weich werden, können sie verzehrt werden. Der Geschmack wird beschrieben als eine Art Mischung aus Pflaume und Heidelbeere mit einem Hauch von Marzipan. Blätter und Samen der Felsenbirne enthalten geringe Mengen cyanogener Glykoside (vergleiche auch Gemeine Felsenbirne). Das Holz ist hart und recht schwer.

13. Die Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus)
Die Frühblühende oder Gewöhnliche Traubenkirsche zählt im Gegensatz zur Spätblühenden Traubenkirsche zur heimischen Flora. Die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) wurde im 17. Jahrhundert aus Nordamerika eingeschleppt. Auch sie blüht mit weißen Blüten, die in einer Traube stehen, aber in der Regel später als die heimische Traubenkirsche. Auch glänzt die Blattoberseite. Sie breitete sich seit ihrer Einführung flächendeckend in Europa aus und gilt als invasiv.
Die heimische Frühblühende Traubenkirsche verzweigt sich von unten an. Typisch sind ihre leicht bogig überhängenden Äste. Sie kann bis 15 m Höhe erreichen, als mehrstämmiger Strauch eher nur 10 Meter. Wird die Rinde der Traubenkirsche verletzt, verströmt sie einen scharfen Geruch.
So schützt sie sich vor Wildverbiss. Zwischen April und Juni erscheinen die langen weißen Blütentrauben, die reich an Pollen und Nektar sind. Jede Traube besteht aus bis zu 30 Einzelblüten. Ihr Duft ist schwer oder streng bis unangenehm und zieht Schwebfliegen, Falter und Bienen magisch an. Im Spätsommer entwickeln sich die kugeligen Steinfrüchte. Sie sind zunächst rot und später glänzend schwarz. Die Früchte schmecken bittersüß bis herb und können zu Gelee, Likör, Essig und Saft verarbeitet werden. Jede der erbsengroßen Früchte enthält einen großen, eiförmigen Steinkern, der ähnlich wie Apfelkerne geringe Mengen an Blausäure enthält. Die Früchte sind aber eine reiche Futterquelle für Vögel. Der optimale Standort besitzt einen nährstoffreichen, frischen bis feuchten Boden bis hin zu sumpfigem Ton- oder Lehmboden. Die Frühblühende Traubenkirsche findet sich natürlicherweise in Auen und feuchten Senken. Kalkhaltige und zu trockene Stadtorte meidet sie.

14. Die Steinweichsel (Prunus mahaleb)
Die Steinweichsel, Felsen- oder Weichselkirsche ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus und der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Steinweichsel ist ein kleiner, meist 2–6 m (selten
bis 10 m) hoher Baum oder großer Strauch. Die 4–8 cm langen, wechselständigen, oft leicht eingefalteten und kurz gestielten Blätter sind meist kahl, glänzend, ei- bis herzförmig, spitz und am
Rand gekerbt, mit kurzen, stumpfen Kerbzähnen. Die Nebenblätter fallen früh ab. Am Blattstiel können Drüsen vorhanden sein. Heute wird die Art vor allem als Ziergehölz gepflanzt und als
Veredelungsunterlage für die Kultur von Sauerkirschen in trocken-warmen Gegenden verwendet. Die Früchte der Steinweichsel sind nicht genießbar, allerdings werden im westasiatischen Raum die
gemahlenen Kerne unter dem Namen Mahlab als Gewürz verwendet.
Die erbsengroße, kugelige und runzelige Steinfrucht ist zuerst rot und dann glänzend schwarz. Sie reift im Spätsommer und wird gerne von Vögeln verzehrt, die für die Verbreitung der Samen sorgen.
Das herb-bitter schmeckende Fruchtfleisch ist ungiftig. Der rundliche bis eiförmige Steinkern ist zugespitzt und weist eine netzige Struktur auf und enthält giftige Blausäureglykoside.
Verwechselungsmöglichkeiten bestehen mit der
Gewöhnlichen Traubenkirsche (Prunus padus), von dieser unterscheidet sie sich durch die glatten Blätter, die kürzere Blütentraube und den glatten Stein. Die Traubenkirsche bevorzugt darüber
hinaus deutlich feuchtere Standorte als die Steinweichsel.


15. Der Speierling (Sorbus domestica)
Das Verbreitungsgebiet des Speierlings reicht von Süd- und Südosteuropa bis Kleinasien und Nordwestafrika. In Deutschland ist der Speierling vor allem im Südwesten zu finden, hier vorwiegend im
Rhein-, Neckar und Nahetal, im Taunus und in Unterfranken. In der Mitte Deutschlands kommt er nur zerstreut vor, im Norden nur sehr selten. Hinsichtlich seiner Standortsansprüche zieht der
Speierling trockene, kalkhaltige Böden vor, besiedelt aber auch steinige oder reine Ton- und Lehmböden. Auf sauren Sandböden kommt er nur schlecht zurecht. Sofern die Nährstoffversorgung stimmt,
ist der Speierling aber auch in der Lage, Rohböden zu erschließen. Wegen seines hohen Lichtbedarfs reagiert er empfindlich auf Überschirmung und bevorzugt sonnige Lagen mit geringen
Jahresniederschlägen. Deshalb eignen sich für den Speierling besonders Regionen mit einem milden Weinbauklima. Der Speierling gehört wie Vogelbeere und Elsbeere zur Gattung der Mehlbeeren
(Sorbus) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Freistehend erreicht der Baum Höhen von bis zu 20 m. Im Wald kann der Speierling bis zu 30 m hoch werden. Er bildet ein
tiefgreifendes Herzwurzelsystem aus. Die Rinde ist rau und gräulich. Die Borkenbildung setzt beim Speierling bereits früh – ungefähr ab dem siebten Jahr – ein. Die rissige, im Alter
kleinschuppige, dunkel-graubraune Borke ähnelt stark der des Birnbaums. Der Baum kann zwischen 400 und 600 Jahre alt werden. Vor allem in jungen Jahren ähnelt der Speierling der Vogelbeere,
weshalb die beiden Arten leicht verwechselt werden. Die Blätter des Speierlings sind wechselständig - spiralig an den Zweigen angeordnet. Die Blattunterseite ist filzig behaart und graugrünlich.
Der Speierling ist licht- und wärmebedürftig. Er wächst nur langsam und ist recht konkurrenzschwach. Der Speierling blüht weiß-rötlich zwischen Mai und Juni – und das nach der Laubentfaltung. Die
ersten Blüten treten an 10 bis 15 Jahre alten Bäumen auf.
Die Früchte reifen im Oktober heran. Sie sind apfel- bis birnenförmig, von gelb-grüner Farbe sowie 2 bis 4 cm lang und bis zu 3 cm dick. Die Samen werden vor allem durch Vögel und Säugetiere
verbreitet, die sich von den Früchten ernähren. Auch als Bienenweide spielt der Speierling mit seinen weißen Blüten eine herausragende Rolle. Die Früchte des Speierlings sind essbar, auch
im rohen Zustand. Genießbar sind sie jedoch erst im späteren Reifezustand, wenn die Früchte einen teigigen Zustand erreicht haben, oder nach Frosteinwirkung. Sie schmecken jedoch recht herb. Aus
ihnen lässt sich gut Kompott herstellen. Zusammen mit Äpfeln oder Quitten entsteht eine Konfitüre mit besonderer Geschmacksnote. In Hessen werden Früchte des Speierlings regional dem „Äppelwoi",
dem Apfelwein, zugesetzt. Kellereien suchen dort nach den essbaren Früchten des Speierlings. Ebenso zur Herstellung von Obstbränden oder Likören werden sie verwendet.