So wird der Garten "klimafit"

Eingriffsmöglichkeiten für einen klimaangepassten Privatgarten – NABU/Imke Praetz
Eingriffsmöglichkeiten für einen klimaangepassten Privatgarten – NABU/Imke Praetz

Die zurückliegenden Juni-Tage mit Rekord-Hitzeperioden und was noch alles in den bevorstehenden Juli-Augusttagen in dieser Beziehung sich ereignen wird, zeigen eines ganz deutlich: Die Klimaveränderungen sind real und treffen uns scheinbar unverhofft, obwohl schon seit vielen Jahren bekannt und beschrieben. Hitze kann vulnerable Gruppen wie ältere Menschen empfindlich treffen und zu einer erhöhten Sterbequote führen. Der Ruf nach Klimaanlagen in Kliniken, Schulen und Seniorenstiften wird lauter und vergleichbar effektive, nachhaltige und unterm Strich auch kostengünstigere Lösungen werden kaum angesprochen. Doch sind sie bereits seit Jahrzehnten von entsprechender Seite gebetsmühlenartig vorgetragen und nur selten umgesetzt worden:

 

  • Entsiegelung versiegelter, hitzespeichernder Flächen, die in den meisten Fällen auch das Versickern verhindern (Parkplätze z.B.) und die Kanalisation über Gebühr bei Starkregenereignissen belasten.
  • Anpflanzen von Bäumen im öffentlichen Raum als Schattenspender und über Verdunstungskühlung ein angenehmeres, lebenswertes Mikroklima.
  • Anlegen von (offenen) Wasserstellen zur Verdunstungskühlung.
  • Verwendung von Wärmepumpen, da die meisten neben der Heizungsfunktion auch Kühlung verschaffen können (passive und auch aktive Kühlung).

Viele der oben genannten Punkte sind kommunale und öffentliche Aufgaben, doch auch Privatleute mit ihrem Eigenheim und selbst als Mieter können positive Signale setzen. Bei der Gestaltung der Außenanlage von Häusern ist dabei der größte Spielraum für Veränderungen. Der private Garten ist dabei die größte Fläche, die verändert werden kann.

 

Die folgenden Tipps haben wir einer Schrift des NABU entnommen.

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/klimagarten/26028.html

 

Es müssen dabei bei Weitem nicht alle Maßnahmen 1:1 umgesetzt werden, das wäre der Idealfall. Doch jede einzelne Veränderung aus diesem Maßnahmenkatalog kann Ihren Garten zu einem hitzeresistenten, kühlenden Faktor machen – auch ohne Klimaanlage.

 

Zehn Gestaltungstipps zur Anpassung

Trockenheit, Hitze oder heftige Regengüsse: Dass sich das Klima verändert, spüren wir auch im Garten. Doch wie können wir unsere Gärten auf das veränderte Klima einstellen, damit sie für Menschen und Tiere ein Wohlfühlort bleiben? Der NABU gibt 10 Gestaltungstipps.

Schon jetzt haben es sehr durstige Pflanzen und die liebevoll gepflegten Zierrasen schwer, denn Wasser wird zunehmend kostbar und steht zum Bewässern nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung. Mit einer durchdachten Gestaltung lassen sich das Mikroklima im Garten und die Lebensbedingungen für Menschen, Tiere und Pflanzen verbessern. Kühlung, eine höhere Luftfeuchtigkeit sowie ein kluges Wassermanagement sind in Zeiten von Hitze und Trockenheit die Devise. Bei Starkregen muss Wasser zudem im Boden versickern können, damit es für Pflanzen zur Verfügung steht und sich Grundwasser neu bilden kann. Dadurch wird auch die Gefahr von Hochwasser verringert. Pflanzen sollten die Hauptrolle im Garten spielen, denn sie verbessern das Mikroklima, spenden Schatten, schützen den Boden und bieten Nahrung und Lebensraum für Tiere. Zusammen mit Gartenböden sind sie wichtige CO2-Speicher.


 

1. Bäume pflanzen

Bäume spenden wertvollen Schatten, produzieren Sauerstoff und speichern Kohlenstoff. Über die Blätter verdunsten sie Wasser und kühlen damit die Umgebung. Gleichzeitig belüften ihre weit verzweigten Wurzeln den Boden und ermöglichen, dass der Niederschlag das Grundwasser erreichen kann. Bei Hitze lässt es sich unter ihrem Blätterdach gut aushalten.

Tipp: beim Pflanzen die Endgröße berücksichtigen.

 

2. Hecken und Sträucher

Sträucher und Hecken halten den Wind ab, filtern Staub, speichern CO2 und spenden Schatten, perfekt für eine Terrasse oder den Rand eines Grundstücks. In ihrem Windschatten ist die Taubildung höher und der Boden feuchter. Den effektivsten Windschutz bietet eine mehrreihige Wildstrauchhecke, die frei wachsen darf. Sie bietet Vögeln und Insekten zusätzlich Nahrung und Verstecke, braucht aber drei bis vier Meter Platz.

 

3. Pflanzenvielfalt statt Monokultur

Pflanzen sind die kostenlose Klimaanlage im Garten. Sie verdunsten über ihre Blätter Wasser und kühlen und befeuchten dadurch die Umgebungsluft. Zudem nehmen sie Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf, geben Sauerstoff ab und filtern Feinstaub und Stickoxide. Pflanzen verhindern auch, dass der Boden austrocknet und durch Wind und Regen abgetragen wird. Je vielfältiger die Artenauswahl, desto kleiner ist das Risiko, dass viele Pflanzen gleichzeitig ausfallen. Heimische Pflanzen sollten den Vorzug haben.

Tipp: Heimische Bäume, Sträucher, Stauden und Kräuter, die natürlicherweise an heißen, trockenen Standorten vorkommen, kommen mit diesen Bedingungen auch im Garten gut zurecht.

 

4. Teich oder Sumpfbeet anlegen

Teiche oder Sumpfbeete sind bei Hitze eine willkommene Trinkstelle für Insekten& Co. und bieten wassergebundenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum. Sie speichern zudem Kohlenstoff und kühlen durch Verdunstung aus der Wasserfläche und den Pflanzen die Umgebung.

Tipp: Ausstiegshilfen für Tiere anbringen und die Verkehrssicherungspflicht beachten.

 

5. Wege und Plätze entsiegeln

Auf versiegelten Park-, Wege- und Platzflächen kann Wasser nicht in den Boden sickern. Doch es wird dringend gebraucht. Steine heizen sich zudem stark auf. Die Lösung: Versiegelung reduzieren und befestigte Flächen versickerungsoffen gestalten. Gartenwege können etwa als Rasenweg, mit Bohlen, Natursteinplatten, Kies oder Holzschnitzeln und Garageneinfahrten mit Blumen-schotterrasen oder Rasengittersteinen gestaltet werden.

Tipp: Auch Fugen ohne Mörtel, in denen Thymian und Co. wachsen, lassen Regenwasser versickern und bieten Futter für Insekten.

 

 

Entsiegeln von Wegen als eine Teillösung – NABU/Imke Praetz
Entsiegeln von Wegen als eine Teillösung – NABU/Imke Praetz